Du betrachtest gerade Überforderung im Lehrerberuf? 5 Tipps wie du dein Potential als LehrKraft voll ausschöpfen kannst

Überforderung im Lehrerberuf? 5 Tipps wie du dein Potential als LehrKraft voll ausschöpfen kannst

Als Lehrer:in zu arbeiten, ist eine anspruchsvolle, aber lohnende Aufgabe. Täglich stellen wir uns der Herausforderung, unseren Schüler:innen das Beste zu geben und ihnen beim Wachsen und Lernen zu helfen. Doch manchmal wird diese Herausforderung zur Überforderung.
Dann fühlen wir uns überwältigt von den Anforderungen und Belastungen des Berufs.
Damit du dauerhaft erfolgreich sein und dabei gleichzeitig deine Leidenschaft und Freude an deinem Beruf zu bewahren kannst, ist es wichtig, dass du dich um dich selbst und dein eigenes Wohlbefinden kümmerst.

In diesem Blogartikel teile ich meine 5 besten Tipps aus sieben Jahren Lehrerberatung- und Coaching, damit du zurück in deine LehrKraft findest! Alle fünf befolge ich übrigens auch selber (bis auf den letzten Teil bei Tipp 3 😊, aber da bin ich dran).

Warum ist es wichtig als Lehrer:in aus der Überforderung zu kommen?

Ich bin überzeugt davon, dass LehrKräfte, die Kraft, Ressourcen und Freude an ihrem Beruf haben, die größtmöglichen Lernerfolge bei ihren Schüler:innen erreichen. Wenn Lehrer:innen überfordert sind, beeinträchtigt dies nicht nur ihre eigene Gesundheit und Wohlbefinden. Es hat auch negative Auswirkungen auf ihre Schüler:innen.

Wenn du als Lehrer:in unter Überforderung leidest, kannst du die Bedürfnisse und Anforderungen deiner Schüler:innen nicht mehr erfüllen. Du hast nicht die Energie und emotionale Ressourcen, um dich auf deine Schüler:innen zu konzentrieren und eine positive Beziehung zu ihnen aufzubauen. Du bist müde, gestresst und ausgelaugt, was dazu führen kann, dass du weniger zugänglich und empathisch bist.

Um eine tragende Beziehung zu deinen Schüler:innen aufbauen zu können, musst du also in der Lage sein, auf deine eigenen Bedürfnisse zu achten und deine eigenen Bedürfnisse zu erfüllen. Du hast mehr Energie und Emotionen zur Verfügung, um auf sie einzugehen. Nur wenn du selber in deiner LehrKraft stehst, ist es dir möglich, deine Schüler:innen so zu unterstützen, dass sie erfolgreich sein und ihre gesamtes Potenzial entfalten können.

5 Tipps für Lehrer:innen: Von Überforderung zu mehr Balance

Tipp 1: Finde deine ursprüngliche Motivation und Leidenschaft

Nimm dir mal ein paar Minuten Zeit für dich, koch dir einen Tee und schnapp dir deine Schreibutensilien. Und dann frag dich mal, warum du damals für dich entschieden hast: Ich möchte Lehrerin oder Lehrer werden!

Was hat dich an dem Beruf fasziniert? Wie hast du dir vorgestellt, wie du als Lehrer:in sein würdest? Wie dachtest du, würde dein Arbeitstag aussehen und welche Beziehungen würdest du zu deinen Schüler:innen pflegen? Was war deine Motivation mit jungen Menschen zusammenzuarbeiten? Ihnen etwas beizubringen und auf das Leben vorzubereiten?

Ein Tasse Tee und im Hintergrund liegen Schreibutensilien.

Indem du dich auf deine ursprüngliche Motivation und Begeisterung für den Lehrerberuf besinnst, kannst du deine Arbeit aus einer anderen – einer positiven – Perspektive betrachten. Du kannst dich daran erinnern, dass du einen wertvollen Beitrag zur Bildung und Entwicklung deiner Schüler:innen leisten und das deine Arbeit einen echten Unterschied im Leben dieser jungen Menschen ausmacht.

Solche Gedanken helfen dir dabei, deine Energie auf die Dinge zu lenken, die wirklich wichtig sind: nämlich das Wohl deiner Schüler:innen! Wenn du dich auf sie konzentrierst und ihnen hilfst ihr Potential zu entfalten, wirst du als Lehrer:in weniger Überforderung fühlen und kannst dich besser auf die positiven Seiten deiner Arbeit konzentrieren.

Tipp 2: Setze Prioritäten: Warum Fokussierung der Schlüssel zur Entlastung ist

Die Arbeit einer Lehrer:in kann endlos sein und schnell zu Überforderung: Der Arbeitsplatz in den eigenen vier Wänden, immer erreichbar und der Anspruch an die selbst erstellten Arbeitsblätter hoch. Neben der Unterrichtsvorbereitung gibt es noch viel Verwaltungsarbeit, wie Förderpläne, Dokumentation, Berichte, Telefonate mit Eltern, Emails und Korrekturen zu erledigen.

Bevor du jetzt unstrukturiert deine To-Do-Liste abarbeitest, mache dir folgende Gedanken: Was ist jetzt am wichtigsten? Und damit starte. Ranke deine Aufgaben nach ihrer Bedeutung für dich.

Warum? Das hat drei gute Gründe:

  • Das Wichtigste ist erledigt, auch wenn an dem Tag etwas Unerwartetes dazwischenkommt. Und dieses Wissen lässt dich beruhigt einschlafen, trotz nicht vollständig abgehakter To-Dos.
  • Du erledigst die wichtigsten Aufgaben frisch, sprich konzentrierter und fokussierter.
  • Die Wahrscheinlichkeit, dass du prokrastinierst, d.h. deine Aufgaben vor dir herschiebst, sinkt. Denn du weißt, was dein erster Schritt sein muss. Ist dieser definiert, gehst du ihn auch leichter. Hast du hingegen eine unstrukturierte To-Do-Liste, kann es sein, dass du nicht weißt, wie du anfangen sollst – und tust es dann auch nicht.

Das wichtigste ist aber: Mache Feierabend! Lege deine Arbeitszeit fest und versuche dich daran zu halten. Vielleicht hilft dir ein Timer dabei. Und mache dann auch Feierabend, wenn er klingelt. Das kannst du unbesorgt tun, denn das wichtigste von deiner To-Do-Liste ist ja erledigt und die oberste Priorität sollte immer dein Wohlbefinden und deine Gesundheit sein! So kommst du als Lehrer:in von der Überforderung zu mehr Balance! Damit tust du deinen Schüler:innen einen größeren Gefallen, als mit einem noch perfekteren Arbeitsblatt!

Tipp 3: Arbeite effektiver, nicht härter

Du hast oft viele Aufgaben auf einmal zu erledigen und nur begrenzt Zeit dafür! Was wäre, wenn ich dir sagen würde, dass es nicht darum geht, härter zu arbeiten, sondern effektiver? Indem du deine Arbeitsabläufe optimierst, kannst du Zeit sparen und gleichzeitig die Qualität deiner Arbeit verbessern. Wie das geht? Hier ist die Antwort:

Schaffe dir Routinen in deinen Arbeitsabläufen. Diese wirken extrem entlastend, da das „Drüber-nachdenken“ wegfällt- du machst quasi immer wieder das gleiche! Routinen laufen automatisiert ab und kosten dich damit weniger Energie.

Wichtig sind auch Struktur und Ordnung am Arbeitsplatz: Ständiges Suchen raubt Nerven. Du hast immer nur eine gewisse kognitive Kapazität. Wenn diese durch Suchen und Ordnen des äußeren Chaos belegt wird, bleibt weniger für deine eigentlichen Verarbeitungsprozesse. Diese sind dann mühsamer, dauern länger und stressen mehr. Dieser Tipp führt nicht nur bei Lehrer:innen zu weniger Überforderung, sondern gilt natürlich gleichermaßen für deiner Schüler:innen 😉.

Ein sehr aufgeräumter Schreibtisch, alle Arbeitsmaterialien sind sortiert.

Tipp 4: Erhalte deine Lehrergesundheit

Während der Pandemie habe ich den Ayurveda für mich entdeckt und schöpfe daraus sehr viel Kraft und Energie! Die traditionelle indische Heilkunst bietet viele Möglichkeiten um dich als Lehrer:in geistig und körperlich gesund zu halten und Gefühle von Überforderung zu verringern.

Hier sind zwei Tipps, von denen ich besonders profitieren konnte:

Im Ayurveda ist die Verdauung ein wichtiger Faktor für die allgemeine Gesundheit und dein Energielevel. Hier habe ich für mich eine sofortige Veränderung gespürt: Seitdem ich mich damit beschäftigt habe, was mein Körper gut verdauen kann, habe ich ein viel höheres Energielevel. Für die Verdauung wird nun weniger Energie benötigt und steht so für andere Aktivitäten zur Verfügung. Ein völlig neues Lebensgefühl!

Auch eine neue Schlafroutine hat ganz neue Lebensgeister in mir entfacht: Ausreichend Schlaf ist wichtig, um deinen Körper und Geist zu regenerieren. Im Ayurveda wird empfohlen, früh zu Bett zu gehen und früh aufzustehen, um den natürlichen Rhythmus des Körpers zu unterstützen. Es ist auch wichtig, vor dem Schlafengehen eine ruhige Routine zu haben, um den Geist zu beruhigen.

Selbstverständlich hält der Ayurveda noch viele weitere Anregungen für ein gesundes und energiegeladenes Leben bereit, die du als gestresste Lehrer:in sehr gut gegen Überforderung einsetzen kannst. Auch ich setzte noch einige weitere ayurvedische Routinen um. Wenn du darüber mehr erfahren möchtest, kann ich dir den Podcast von Dr. Janna Scharfenberg empfehlen. Bei ihr gefällt mir, dass sie durch ihr Medizinstudium auch immer wieder eine wissenschaftliche Perspektive einnehmen kann und dass sie einen alltagsnahen Ayurveda erklärt, der gut in meinen Schulalltag passt. Hör mal rein. 💖-Empfehlung!

Tipp 5: Hole dir bei Überforderung Unterstützung (ja, das gilt auch für Lehrer:innen!)

Es ist wichtig, dass du weißt, dass du nicht alles alleine schaffen musst! Hole dir Hilfe von Kolleg:innen, deiner Schulleitung oder in Form von Supervision oder einer Balintgruppe (das ist eine psychoanalytische Form der Supervision, wie wir sie z.B. beim Kasseler Arbeitskreis für Psychoanalytische Pädagogik (KAPP) e.V. anbieten, dessen Geschäftsführerin ich bin).

Du möchtest mehr und die Tipps gegen Überforderung im Lehreralltag gehen dir noch nicht tief genug? Du möchtest dich intensiver mit deinen Gedanken und Glaubenssätzen, deinen inneren Blockaden oder Bewertungsmustern beschäftigen? Dann kann ich dich unterstützen!

In meinem 1:1-Coaching können wir beispielsweise gemeinsam…

  • Die Gründe für deine Überforderung identifizieren und bearbeiten
  • Deine Stärken und Ressourcen entdecken und ausbauen
  • Deine Fähigkeiten erkennen und Strategien entwickeln, wie du sie im Schulalltag nutzt
  • deine Lehrerpersönlichkeit reflektieren und weiterentwickeln
  • gesunde und kraftspendende Routinen für deinen Lehreralltag entwickeln

So sagst du dem Gefühl der Überforderung den Kamp an!

Du möchtest mich persönlich kennenlernen?

Buch dir hier dein kostenloses Erstgespräch. Du hast in dem Gespräch die Gelegenheit, mir über deine aktuelle Herausforderungen im Schulalltag zu erzählen und zu berichten, wobei du dir Unterstützung wünschst.
Wir überlegen dann gemeinsam, wie eine Zusammenarbeit aussehen könnte.

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Die häufigsten Ursachen von Lehrer-Überforderung

Darüber, warum so viele LehrKräfte sich in ihrem Beruf überfordert fühlen, muss ich hier wahrscheinlich nur wenige Worte verlieren. Das weißt du selbst am besten!

Aus meinen Beratungen und Coachings weiß ich, dass es überall ähnliche Herausforderungen und Probleme sind – du leidest also nicht alleine darunter!

Eine der Hauptursachen warum Lehrer:innen Überforderung wahrnehmen ist der enorme Druck, dem wir ausgesetzt sind: Wir müssen nicht eine Vielzahl von Fächern unterrichten (teilweise fachfremd), sondern auch Schüler:innen mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Bedürfnissen betreuen. Darüber hinaus ist der Schulalltag kaum noch planbar. Aufgrund von Lehrermangel und Krankheitsfällen wird meist schon morgens die Vorbereitung für den Tag über Bord geworfen. All das und noch viel mehr bringt uns an unsere Grenzen, raubt uns unsere Energie und geht auf Kosten unseres eigenen Wohlbefindens.

Es ich wichtig, dass du erkennst, dass du als Lehrer:in nicht alleine bist und dass es Unterstützung und Ressourcen gibt, die dir helfen können, mit diesem Überforderungsgefühl umzugehen.

Meine Tipps für Lehrer:innen: Von Überforderung zu mehr Balance

Der Job als Lehrer:in ist hart und daran möchte ich gar nicht rütteln! Doch es gibt Möglichkeiten um dein Gefühl der Überforderung zu mindern und deine LehrKraft zu entfalten! Hierfür ist es wichtig, dass du dich an deine eigenen Stärken und Leidenschaften erinnerst, um wieder Freude und Motivation für deinen Beruf zu finden! Eine Optimierung deiner Arbeitsabläufe sowie regelmäßige Selbstreflektion können ebenfalls dazu beitragen, deinen Stress zu reduzieren und ein gesundes Gleichgewicht zwischen Beruf und Privatleben zu erreichen. Auch die Pflege von Beziehung, und das Einbeziehen ayurvedischer Rituale können helfen, Energie und Kraft zu erhalten.

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Ich freue mich, wenn ich dich bei der Entfaltung deiner LehrKraft unterstützen darf! Sei es mit meinem Blog, einem inspirierenden Post oder im Coaching.

Teile diesen Artikel, um noch mehr LehrKräfte zu inspirieren und zu unterstützen!

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