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Meine 3 besten Gründe, warum du als LehrKraft auch FührungsKraft sein musst!

LehrKraft und FührungsKraft? Passt das für dich zusammen oder schüttelst du schon jetzt den Kopf?

In der Wirtschaft ist der Begriff „Führung“ gang und gäbe, in der Schule eher nicht. Vielleicht noch in Bezug auf das Leitungsteam, aber sicher nicht in Bezug auf Klassen oder einzelne Schüler:innen. Ist er sogar verpöhnt? Wird der Begriff „Führung“ nicht sogar abgelehnt, weil er gedanklich mit dem ebenfalls negativ besetzen Betriff „Autorität“ verbunden wird?

Während meiner jahrelangen Hospitationen in herausfordernden Klassen, habe ich aber festgestellt, dass genau das die LehrKräfte ausmacht, die in diesen Klassen erfolgreich unterrichten: Sie sind auch FührungsKräfte!

Ich bin der festen Überzeugung, dass es der erste und wichtigste Schritt auf dem Weg zur FührungsKraft ist, diese Rolle für sich auch anzunehmen! Gerade im Rahmen von beziehungsorientiertem Unterricht (der für mich alternativlos ist!) entsteht häufig das Missverständnis, es bestehe eine Art „Gleichberechtigung“ oder „Augenhöhe“ zwischen LehrKraft und Schüler:innen. Dem ist nicht so! Hilfreich finde ich hier die Unterscheidung von Gleichwertigkeit und Gleichberechtigung. Selbstverständlich sind alle Personen im Klassenraum gleichwertig, aber sie sind nicht gleichberechtigt! Warum? Weil du die einzig verantwortliche Person im Raum bist. Weiter unten schreibe ich mehr dazu.

Wie wichtig es ist, als LehrKraft auch die Rolle der FührungsKraft anzunehmen, merkst du spätestens dann, wenn du vor einer Klasse stehst, die dir die Führung aus der Hand genommen hat. Aus eigener Erfahrung aus meinen Anfangsjahren an einer Brennpunktschule weiß ich noch sehr genau, wie sich das anfühlt: definitiv nicht gut!

Du hörst ein innerliches „Hell, yes!“, weil mehr beziehungsstarke Führung genau das ist, was du für deinen Unterricht brauchst? Dann ist das hier vielleicht genau das Richtige für dich:

Als LehrKraft musst du auch FührungsKraft sein, denn…

…du bist die verantwortliche Person im Klassenraum

In jeder Gruppe wird es über kurz oder lang eine offene oder versteckte Führung geben. Falls du diese nicht übernimmst, werden es einzelne Schüler:innen oder eine Schülergruppe sein, die führen und damit die Richtung bestimmen. Als erwachsene und professionelle LehrKraft solltest aber du diejenige sein, die in deinem Klassenraum die Führung übernimmt. Deine Schüler:innen agieren aufgrund ihres Entwicklungsstandes und ihrer Rolle eher emotional und interessengeleitet. Die Führung der Klasse und der Mitschüler:innen ist weder ihre Aufgabe, noch ist es hilfreich für deinen Unterricht, wenn sie es tun.

Um sich gut zu entwickeln brauchen Kinder Schutz, Orientierung und Begleitung. Eine wirklich positive Lernatmosphäre für alle Kinder entsteht nur in einer gut strukturieren, transparenten und vorhersehbaren Lernumgebung mit klaren Grenzen. Dazu braucht es LehrKräfte, die die pädagogische Führung verantwortungsvoll übernehmen.

…du hast eine Vorbildfunktion

Als LehrKraft hast du eine Vorbildfunktion. Deine Schüler:innen lernen von dir wie von einem Modell. Diese Funktion kannst du nicht ausreichend gut ausüben, wenn du dir die Führung aus der Hand nehmen lässt und aus einem Gefühl der Hilflosigkeit heraus nur noch mit agierst.

Meine Beobachtung ist, dass LehrKräfte, die nicht mehr Herr der Lage sind häufig aus der positiven Beziehung zu ihren Schüler:innen aussteigen und auf vermeintliche Machtdemonstrationen  zurückgreifen. Ein gutes Beispiel ist hier das öffentliche Ausschimpfen, d.h. ein Kind wird vor der versammelten Klasse von der Lehrkraft verbal (unsachlich) kritisiert.

Kinder lernen durch Beobachtung und Nachahmung. Wenn Lehrkräfte durch öffentliches Schimpfen versuchen, Disziplin herzustellen, vermitteln sie den Schülerinnen und Schülern, dass Macht und Demütigung akzeptable Mittel der Konfliktlösung sind. Dies kann zu Mobbing und einem negativen sozialen Klima in der Klasse führen.

Wenn du möchtest, dass deine Schüler:innen Konflikte konstruktiv lösen, musst du also mit gutem Beispiel vorangehen. Und das geht nur, wenn du dich selber sicher fühlst und die Lage unter Kontrolle hast, also die Führung der Gruppe in deiner Hand liegt.

Und das führt uns auch gleich zum letzten und vielleicht wichtigsten Punkt, warum du als LehrKraft auch FührungsKraft sein musst:

…du musst dich selbst führen

Eine wichtige, aber oft übersehene Komponente der Führungskompetenz ist die Fähigkeit zur Selbstführung. Das bedeutet, dass du nicht nur in der Lage sein musst, deine Schüler:innen zu führen, sondern auch dich selbst! Selbstführung beinhaltet die Fähigkeit, deine eigenen Emotionen, Gedanken und Handlungen zu reflektieren, zu kontrollieren und zu lenken, um effektiv im Klassenzimmer zu agieren.

Im Schulalltag stehst du oft vor zahlreichen Herausforderungen und Stresssituationen, sei es bei der Bewältigung von herausforderndem Verhalten, der Anpassung an verschiedene Lernstile deiner Schüler:innen oder der Organisation von Unterrichtsmaterialien. In solchen Momenten ist es entscheidend, dass du in der Lage bist, ruhig zu bleiben, klar zu denken und angemessen zu handeln.

Die Selbstführung ermöglicht es dir auch, dich kontinuierlich weiterzuentwickeln und zu verbessern. Indem du deine eigenen Stärken und Schwächen erkennst und an ihnen arbeitest, kannst du deine Führungskompetenzen stärken und eine noch wirksamere Lehrer-Schüler-Beziehung aufbauen.

Was Führung nicht bedeutet

Eine FührungsKraft zu sein bedeutet mehr als nur Anweisungen zu geben oder Autorität auszuüben!

Es bedeutet nicht, ständig die volle Kontrolle über alles zu haben oder alleinige Verantwortung für die Organisation und das Klassengeschehen zu tragen. Führungskompetenz bedeutet nicht, dass du alles permanent kontrollieren, ansagen und bestimmen zu musst. Es bedeutet auch nicht, starr an einer vorgefassten Idee von Autorität festzuhalten, sondern flexibel zu sein und auf die Bedürfnisse der Schüler:innen einzugehen, um eine unterstützende und fördernde Lernumgebung zu schaffen.

Was Führung im Klassenzimmer für mich bedeutet

Im Klassenzimmer eine Führungsposition einzunehmen ist immens wichtig für gelingenden Unterricht! Dabei geht es überhaupt nicht um Machtdemonstration oder reines Bestimmmen. Es geht vielmehr darum, für deine Schüler:innen einen Raum zu schaffen, in dem sie sich sicher fühlen und in dem sie ihr volles Potenzial ausschöpfen können.

Führungskompetenz umfasst die Fähigkeit, eine positive Lernumgebung zu schaffen, Schüler:innen zu motivieren, Verantwortung zu übernehmen und eine starke Gemeinschaft im Klassenzimmer aufzubauen.

Eine wirklich positive Lernatmosphäre für alle Kinder entsteht nur in einer gut strukturieren, transparenten und vorhersehbaren Lernumgebung mit klaren Grenzen.

Genau das, was du brauchst und willst? Dann habe ich hier das Richtige für dich:

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Ich freue mich sehr, wenn ich dich dabei unterstützen darf, deine LehrKraft zu entfalten. Damit dir dein Beruf wieder Freude macht! Sei es mit einem Blog, einem inspirierenden Post oder im Coaching!

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Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Nadine

    Sehe ich genauso! Als ich in der Schule war, waren die „strengen“ Lehrer auch die beliebtesten. Ich mache es heute genau so und die Kinder wissen die klaren Strukturen zu schätzen. Sie wissen einerseits genau was geht und was nicht. Andererseits können sie sich auch sicher sein, dass ihre Rechte gewahrt werden und sie im Klassenraum sicher sind.

    1. Mara

      Vielen Dank für deinen Kommentar! Es freut mich sehr zu hören, dass du ähnliche Erfahrungen gemacht hast. Deine Beobachtungen unterstreichen die wichtige Rolle, die Führungskompetenz im Unterricht spielt. Klare Strukturen und Regeln schaffen nicht nur eine geordnete Lernumgebung, sondern bieten den Schüler:innen auch Sicherheit und Verlässlichkeit. Gleichzeitig ist es entscheidend, eine starke, positive Beziehung zu den Schüler:innen aufzubauen. Diese Kombination aus Führung und Beziehung ist der Schlüssel zu einem erfolgreichen und harmonischen Unterricht. Weiter so💪!

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