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Was tun, wenn ein Schüler den Unterricht massiv stört? 5 praktische Tipps für LehrKräfte auf Grundlage der Psychoanalytischen Pädagogik

Schüler:innen, die deinen Unterricht massiv stören, sind eine Herausforderung, die dich tagtäglich vor große Schwierigkeiten stellt, oder?

Wenn ein Schüler den Unterricht massiv stört, unterbricht er nicht nur den Unterrichtsfluss, sondern beeinträchtigen auch die Lernatmosphäre und das Wohlbefinden aller Beteiligten.

Während präventive Maßnahmen und langfristiger Beziehungsaufbau (Hui, hierzu habe ich einen Email-Kurs für 0 Euro im Angebot 😉) grundsätzlich unerlässlich sind, braucht es oft schnelle und praktische Lösungen, um die akuten Störungen zu bewältigen.

In diesem Artikel stelle ich dir fünf praxisnahe und schnell umsetzbare Tipps vor, die auf psychoanalytischen Ansätzen basieren und dir helfen, effektiv mit störendem Verhalten von Schüler:innen umzugehen und die Unterrichtsatmosphäre nachhaltig zu verbessern.

1. Schmiede das Eisen, wenn es kalt ist: Der richtige Moment für Konfliktlösungen

Eine alte Weisheit besagt: „Schmiede das Eisen, solange es heiß ist.“ Doch in der pädagogischen Praxis hat sich das Gegenteil oft bewährt. Wenn ein Schüler den Unterricht massiv stört, Konflikte eskalieren und Emotionen hochkochen, ist es selten der richtige Zeitpunkt für klärende Gespräche oder Maßnahmen. In der psychoanalytischen Pädagogik wird großer Wert auf die Reflexion und das Verstehen emotionaler Reaktionen gelegt. Konfliktgespräche sollten daher in ruhigen Momenten stattfinden, wenn du und deine Schüler:innen emotional ausgeglichen sind. Dann ist es möglich, tiefere psychodynamische Muster zu erkennen und zu bearbeiten.

Tipp von Thomas Klaffke (Unterrichtsstörungen – Prävention und Intervention, 2022)*:

„Du weigerst dich also, meine Anordnung zu befolgen. Ich will jetzt nicht unnötig viel Zeit darauf verwenden, damit die anderen weiterarbeiten können. Aber ich fühle mich durch dein Verhalten massiv gestört. Ich werde dir gleich (nach der Stunde / nach der Pause / …) mitteilen, welche Maßnahmen ich ergreifen werde.“

So oder so ähnlich könntest du in der konkreten Situation reagieren und im Anschluss ein Gespräch in Ruhe führen. Sehr wichtiger Nebeneffekt: Du vermeidest den Machtkampf vor der ganzen Klasse und somit einen großen Fehler im Umgang mit „schwierigen“ Schüler:innen.

Praktische Anwendung:

  • Ruhige Gesprächszeiten nutzen: Vereinbare Gesprächstermine außerhalb der Unterrichtszeit, wenn die Gemüter abgekühlt sind (ja, ist erstmal ein Mehraufwand, lohnt sich aber auf der Langstrecke🏃‍♀️).
  • Reflektierte Gespräche: Nutze diese Zeiten, um gemeinsam mit den Schüler:innen die Situation zu reflektieren und Lösungen zu finden.
  • Präventive Maßnahmen: Entwickelt gemeinsam präventive Maßnahmen und Vereinbarungen, die zukünftige Konflikte vermeiden.

2. Definiere deine „rote Linie“: Klare Grenzen für mehr Harmonie im Klassenzimmer

Es ist wichtig, klare Grenzen und Regeln zu entwickeln, die sowohl du als LehrKraft als auch deine Schüler:innen respektieren. Psychoanalytisch betrachtet, bieten klare Grenzen den Schüler:innen ein Gefühl von Sicherheit und Struktur, was für ihre emotionale und psychische Entwicklung essenziell ist. Wenn ein Schüler den Unterricht massiv stört, hilft das Festlegen und Kommunizieren von „roten Linien“. So etablierst du das Klassenzimmer als sicheren Raum, in dem sich alle Schüler:innen wohlfühlen und respektiert werden.

Haim Omer und Regina Haller über F.H. Jones (Raus aus der Ohnmacht, 2020)*:

„Gemäß Jones sollte sich jede Lehrkraft die Zeit nehmen, sich darüber bewusst zu werden, welche Störungen für sie eine Grenzüberschreitung darstellen. So fällt es ihr leicht zu entscheiden, wann sie auf eine Störung reagiert.
Jones bezeichnet diese Grenze als rote Linie. Wird sie überschritten, ist die Qualität des Unterrichts beeinträchtigt und die Position der Lehrkraft in Frage gestellt. Jetzt muss der Unterricht unterbrochen werden.“

Praktische Anwendung:

  • Deine rote Linie definieren: Lege so konkret wie möglich fest, welche Störungen für dich eine Grenzüberschreitung darstellen.
  • Konsequent einhalten: Reagiere konsequent auf diese Grenzüberschreitungen. Inkonsistenz kann Verwirrung stiften und das Vertrauen untergraben.
  • Halte den Fokus: Um dich nicht zu verzetteln, kannst du kleinere Störungen, die deine rote Linie nicht überschreiten, auch mal übersehen. Das spart Kraft.

Wie du auf ein Überschreiten deiner roten Linie reagierst, entscheidest du am besten nicht in der konkreten Situation. Überlege vorher, wie du auf diese Unterrichtsstörungen reagieren möchtest!

In meinem interaktiven Online-Kurs „Entfalte deine FührungsKraft“ machen wir übrigens genau das: Du definierst deine rote Linie ❗ und überlegst dir mithilfe der Community 👩🏽‍🤝‍🧑🏻 und mir eine angemessene Reaktion.

3. Plane deine Reaktion: gute Vorbereitung ist alles!

Eine gute Vorbereitung ist besonders dann der Schlüssel zum Erfolg, wenn ein Schüler deinen Unterricht massiv stört. Die psychoanalytische Pädagogik betont die Bedeutung von Selbstreflexion: Indem du dir im Voraus überlegst, wie du reagieren möchtest, wenn ein Schüler den Unterricht massiv stört, kannst du deine eigenen emotionalen Reaktionen besser kontrollieren und bewusster handeln, was zu einem konstruktiveren Umgang mit störendem Verhalten führt.

Praktische Anwendung:

  • Szenarien durchspielen: Überlege dir verschiedene Szenarien und deine möglichen Reaktionen darauf.
  • Strategien entwickeln: Entwickele klare, strukturierte Vorgehensweisen für häufig auftretende Probleme.
  • Rückhalt im Kollegium: Bespreche deine Strategien mit Kolleg:innen und hole dir Feedback und Unterstützung (Gibt es natürlich auch in der Community von „Entfalte deine FührungsKraft“ 💪).

4. Gemeinsame stärker: Hole dir Unterstützung durch Kolleg:innen

Nicht ganz ein Notfall-Tipp, aber sooo wichtig: Du musst nicht allein mit schwierigen Situationen umgehen! In der psychoanalytischen Praxis spielt der Austausch und die Supervision eine zentrale Rolle. Wenn ein Schüler massiv den Unterricht stört, nutze die Erfahrung und das Wissen deiner Kolleg:innen, um gemeinsam tiefergehende psychodynamische Muster zu erkennen und wirksame Strategien zu entwickeln. Kollegiale Unterstützung kann auch helfen, die eigene emotionale Belastung zu reduzieren.

Praktische Anwendung:

  • Kollegiale Fallberatung: Organisiere regelmäßige Treffen zur Fallbesprechung und Beratung.
  • Teamarbeit: Entwickelt gemeinsame Strategien und unterstützt euch gegenseitig in der Umsetzung.
  • Mentoring: Suche dir eine erfahrene Kolleg:in oder Mentor:in, der dir mit Rat und Tat zur Seite steht.

5. Fokus auf das Positive

Eine positive Grundhaltung kann Wunder wirken! Wenn ein Schüler regelmäßig den Unterricht massiv stört, konzentriere dich besonders auch auf seine Stärken und positiven Verhaltensweisen. Die übersieht man dann nämlich häufig aus Versehen. Ein zentrales Element der psychoanalytischen Pädagogik ist das Erkennen und Fördern von Ressourcen und Stärken der Schüler:innen. Durch gezielte positive Verstärkung und das Hervorheben von Stärken können Schüler:innen motiviert und ihr Selbstwertgefühl gestärkt werden. Dies trägt nicht nur zur Verbesserung des Verhaltens bei, sondern fördert auch eine positive emotionale Entwicklung.

Praktische Anwendung:

  • Positive Verstärkung: Melde gezielt positives Verhalten und Fortschritte zurück.
  • Ressourcenorientierung: Identifiziere die Stärken jedes Kindes und baue  darauf auf.
  • Motivierende Rückmeldungen: Gib konstruktives Feedback, das ermutigt und motiviert.

Nutze effektive Strategien, wenn ein Schüler massiv den Unterricht stört.

Durch die Umsetzung dieser fünf Strategien kannst du nicht nur effektiv auf störendes Verhalten reagieren, sondern auch das Klassenzimmerklima positiv beeinflussen. Indem du Konflikte in ruhigen Momenten ansprichst, klare Grenzen setzt, dich vorbereitest, Unterstützung von Kolleg:innen suchst und den Fokus auf das Positive legst, schaffst du eine lernförderliche und unterstützende Umgebung für alle Schüler:innen. Dies fördert nicht nur ein besseres Lernumfeld, sondern stärkt auch die Lehrer-Schüler-Beziehung auf lange Sicht. Die Anwendung psychoanalytischer Ansätze in der Pädagogik führt zu einer tiefen und nachhaltigen positiven Veränderung im Klassenzimmer.

Du möchtest klar und souverän bleiben, wenn ein Schüler deinen Unterricht massiv stört? Dann ist mein interaktiven Online-Kurs „Entfalte deine FührungsKraft“ genau das richtige für dich! Gemeinsam mit der Community 👩🏽‍🤝‍🧑🏻 und mir erarbeitest du dir ein positives Standing – auch vor herausfordernden Klassen.

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