Du betrachtest gerade Warum werden manche Kinder zu „schwierigen“ Schüler:innen?

Warum werden manche Kinder zu „schwierigen“ Schüler:innen?

Du hast schwierige Schüler:innen in deiner Klasse, die dich regelmäßig zur Weißglut bringen? Sie stören deinen mühevoll vorbereiteten Unterricht, geben freche Antworten und sind aggressiv gegen ihre Mitschüler:innen. Anstatt eine liebevolle und lustige LehrKraft zu sein musst du ständig schimpfen und Strafen verteilen? So hast du dir das sicher nicht vorgestellt!

Grundsätzlich haben alle Kinder das Bedürfnis nach Kooperation. Sie wollen mit Erwachsenen kooperieren, lernen und einfach dazugehören. Was führt also dazu, dass sich manche Kinder oppositionell verhalten, nicht lernen, stören oder sogar andere verletzen?

Auf diese Frage gibt es eine Vielzahl an Antworten und manchmal existieren vielleicht mehrere Wahrheiten zugleich. Ich bin Psychoanalytische Pädagogin und für mich ist völlig klar, dass unbewusste Prozesse und frühkindliche Beziehungserfahrungen das heutige Verhalten eines Kindes im Klassenraum mitbestimmen. Deshalb wird der Schwerpunkt des Artikels auch auf dieser Perspektive liegen.

Du erfährst, wie sich die Psychoanalytische Pädagogik herausforderndes Verhalten von Kindern in der Schule erklärt. Ich stelle dir aber auch andere Denkansätze vor. Am Ende erhältst du noch wertvolle Tipps, wie du als LehrKraft deinen „schwierigen“ Schüler:innen am besten begegnest und so weniger Störungen in deinem Unterricht haben wirst. Wenn du mit dem Konzept der Psychoanalytischen Pädagogik noch gar nicht vertraut bist, empfehle ich dir unbedingt auch in meinen Grundlagenartikel reinzuschauen.

P.S.: Wenn du aufmerksam liest findest du auch in diesem Artikel einen Hinweis darauf, warum mein Unternehmen subjektiv sinnvoll heißt und was das für mich bedeutet 😉

P.P.S.: Gibt es überhaupt „schwierige“ Schüler:innen?

Erklärungsansätze in der aktuellen Fachliteratur

Die Erklärungsansätze für oppositionelles Verhalten sind in der aktuellen Forschungsliteratur vielfältig und komplex. Das zeigt sich beispielsweise im sogenannten „bio-psycho-sozialen Modell zur Erklärung von Verhaltensauffälligkeiten“. Eine gute Übersicht hierüber findet ihr bei Klaus Fröhlich-Gildhoff (2018)* oder bei Norbert Myschker & Roland Stein (2018)*.

Mögliche Erklärungsfaktoren für herausforderndes Verhalten sind hier beispielsweise neurologische Prozesse oder hirnorganische Strukturen, Bindungserfahrungen in der Kindheit, der Erziehungsstil der Bezugspersonen, familiäre Konflikte und Krisen, sozial-ökonomische Lebensumstände oder Modelle und Normen in der Peergroup.

Es ist sehr interessant sich mit diesen Erklärungsmodellen zu beschäftigen und sie bieten einen Einblick in die Vielfalt der Wirkfaktoren auf das Verhalten eines Kindes im Klassenraum.

Der Unterschied, den die Psychoanalytische Pädagogik macht ist der, dass er nicht nur das „schwierige“ Kind in den Blick nimmt, sondern das Kind immer in seinen Beziehungen sieht, auch zu der LehrKraft selbst und den Mitschüler:innen.

Erklärungsansatz der Psychoanalytischen Pädagogik: Warum jedes Verhalten subjektiv sinnvoll ist!

In der Psychoanalytischen Pädagogik gehen wir davon aus, dass unser Verhalten nicht nur von bewussten Absichten, sondern insbesondere von unbewussten oder unbewusst gewordenen Erfahrungen, Wünschen und Ängsten bestimmt wird.

Das Unbewusste beeinflusst so fast alle Bereiche des Lebens, aber besonders stark zeigt es sich in der Gestaltung unserer Beziehungen.

In der Schule triffst du immer wieder auf Kinder, die schwere lebensgeschichtliche Erfahrungen mit in deinen Unterricht bringen. Dort „reinszenieren“ (so nennt man eine Wiederholung des Erlebten in der Psychoanalytischen Pädaogik) sie ihre Beziehungserfahrungen mit den Mitschüler:innen, aber auch mit dir als LehrKraft. Es ist für dich als LehrKraft enorm wichtig, diese Störungen nicht als reine Provokation zu verstehen. Versuche die Störung als soziale Mitteilung an dich zu lesen. Mag es von außen auch noch so destruktiv aussehen, für die Kinder ist es gerade die beste Lösung für einen inneren Konflikt. Ihr Verhalten ist subjektiv sinnvoll! Sie handeln in ihrer Welt logisch.

Und dennoch: Ihre unbewussten Versuche, belastende Erfahrungen und Ereignisse nicht-sprachlich zum Ausdruck zu bringen, sprengen alle deine wertvollen Regeln und Rituale – und du wirst sie als massiv störend empfinden. Möglicherweise kommt hinzu, dass das Kind (bislang) noch keine ausreichenden Lerngelegenheiten hatte, um sozial-emotionale Fähigkeiten wie beispielsweise Perspektivenübernahme, Konfliktlöse- oder Selbststeuerungsfähigkeiten zu entwickeln, so dass dem Kind kaum Handlungsstrategien für soziale Interaktionen zur Verfügung stehen.

Diese Kinder können eine große Herausforderung für dich darstellen, denn die Übertragungen, die sie uns anbieten, gehen oft über unsere persönlichen und fachlichen Grenzen hinaus. Mit meinen Kund:innen arbeite ich häufig daran herauszufinden, ob das Kind pädagogisch gut versorgt ist und wo hier die Grenzen zu therapeutischen Bedarfen liegen. Meist bringen die Kinder nämlich Lebensprobleme mit in die Schule, die pädagogisch nicht zu lösen sind. Oftmals scheint eine Therapie als angebracht. Aufgrund von langen Wartezeiten oder unkooperativen Eltern ist das in der Praxis aber nicht immer möglich.

Und dennoch sind wir natürlich verantwortlich dafür, die Kinder pädagogisch gut zu versorgen. Hierbei ist besonders wichtig, die Lebensprobleme der Kinder wahrzunehmen und ihnen trotz – oder gerade wegen – ihres oft störenden Verhaltens immer wieder ein Beziehungsangebot zu machen.


Möchtest du wissen, wie du auch die Beziehung zu deinen „schwierigen“ Schüler:innen verbessern kannst? Dann hol dir meine 5+5 besten Tipps und beginne gleich morgen. Du wirst sehen: Bald ist dein Unterricht wieder deutlich entspannter und du hast (wieder) Freude an deinem Lehrer:inneleben!

Abbildung des Freebies über den guten Beziehungsaufbau mit den schwierigen Schüler:innen

Positive Beziehungen zu „schwierigen“ Schüler:innen: Dein Schlüssel zum Erfolg im Klassenraum

Die psychoanalytischen Pädagog:innen wissen es schon lange, aber nun wird es immer mehr zum Common Sense: Positive Beziehungen spielen für den Lernerfolg der Kinder eine wichtige Rolle. Sie steigern das schulische Wohlbefinden und dadurch die Lernmotivation und Leistungsfähigkeit. Aus der Emotionsforschung weiß man, dass positive Gefühle z.B. unsere Motivation und Arbeitsbereitschaft beeinflussen. Auber auch beim Speichern und Abrufen von Informationen oder bei der Bewertung des Lernprozesses im Allgemeinen spielen sie eine wichtige Rolle. Negative Emotionen, wie z.B. Angst, Scham oder Langeweile, reduzieren dagegen die Aufmerksamkeit und Gedächtniskapazität.

Kinder in stabilen Beziehungen zeigen vermehrt prosoziales und weniger aggressives Verhalten. Sie haben ein besseres Selbstkonzept und bessere Möglichkeiten zur Stressregulation. Deshalb sind diese stabilen Beziehungen besonders für deine „schwierigen“ Schüler:innen von Bedeutung.

Hol dir hier meine 5+5 Tipps, wie du eine gute Beziehung zu deinen „schwierigen“  Schüler:innen aufbauen kannst:


Möchtest du wissen, wie du auch die Beziehung zu deinen „schwierigen“ Schüler:innen verbessern kannst? Dann hol dir meine 5+5 besten Tipps und beginne gleich morgen. Du wirst sehen: Bald ist dein Unterricht wieder deutlich entspannter und du hast (wieder) Freude an deinem Lehrer:inneleben!

Abbildung des Freebies über den guten Beziehungsaufbau mit den schwierigen Schüler:innen

Aber auch du profitierst von den positiven Beziehungen in deinem Klassenzimmer: Teamfähige Schüler:innen sind bereit, Verantwortung für sich und andere zu übernehmen. Auftretende Konflikte lösen sie möglichst selbstständig. Das entlastet dich und führt zu weniger Unterrichtsstörungen. Außerdem musst du weniger Unterrichtszeit für die Klärung von Konflikten verwenden.

Beziehungs-Fokus auf deine „schwierigen“ Schüler:innen

Von einer harmonischen und produktiven Lernumgebung profitieren alle an Schule beteiligten Personen. Leider gibt es Schüler:innen, die diese positive Lernatmosphäre immer wieder stören.

Es ist für dich als LehrKraft enorm wichtig, diese Störungen nicht als reine Provokation zu verstehen. Versuche die Störung als soziale Mitteilung an dich zu lesen. Mag es von außen auch noch so destruktiv aussehen, für die Kinder ist es gerade die beste Lösung für einen inneren Konflikt. Ihr Verhalten ist subjektiv sinnvoll! Sie handeln in ihrer Welt logisch. Schüler:innen in stabilen und positiven Beziehungen stören den Unterricht weniger häufig.

Auch wenn es dir manchmal schwer fällt: Bleib besonders mit diesen Schüler:innen in einem guten Kontakt! 

💜

Ich freue mich sehr, wenn ich dich dabei unterstützen darf, deine LehrKraft zu entfalten. Damit dir dein Beruf wieder Freude macht! Sei es mit einem Blog, einem inspirierenden Post oder im Coaching!

*WERBUNG: Dieser Link ist ein Affiliate-Link. Durch den Klick entstehen dir keine zusätzlichen Kosten. Ich bekomme aber eine kleine Provision, wenn du bei der sozialen Buchhandlung Buch7 kaufst. Vielen Dank!

Teile diesen Artikel, um noch mehr LehrKräfte zu inspirieren und zu unterstützen!

Schreibe einen Kommentar