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5 Fehler im Umgang mit „schwierigen“ Schüler:innen (und wie du es besser machst)

Ein Kind sprengt immer wieder den Unterricht. Es stört, läuft rum, ärgert seine Mitschüler:innen und diskutiert mit den LehrKräften, wenn es ermahnt wird.

Folgt dann eine Konsequenz auf sein störendes Verhalten, fühlt es sich ungerecht behandelt, wird laut, schreit sogar und kann sich nicht beruhigen. Unterricht ist nicht mehr möglich. Bittet man das Kind rauszugehen, bis es sich beruhigt hat, weigert es sich.

Der Umgang mit „schwierigen“ Schüler:innen gehört zu den größten Herausforderungen des Lehrer:innenberufs!

In meinen Klassenberatungen fielen mir in den letzten Jahren insbesondere 5 Fehler auf, die LehrKräfte immer wieder im Umgang mit „schwierigen“ Schüler:innen  machten und so unbewusst die Eskalationsspirale ankurbelten.

In gemeinsamen Reflexionsgesprächen besprachen wir meine Beobachtungen und entwickelten gemeinsam alternative Handlungsstrategien.

In diesem Blogartikel teile ich mit dir die 5 Fehler im Umgang mit „schwierigen“ Schüler:innen und wenn du auch regelmäßig mit herausforderndem Verhalten in deinem Klassenzimmer zu tun hast, beobachte dich doch mal selbst. Manchmal fällt einem in der Hektik des Schultages gar nicht mehr auf, dass man diese Fehler auch macht.

Gleichzeitig teile ich natürlich die Lösungsstrategien, die ich gemeinsam mit den Klassenteams entwickelt habe. Wenn du also auch einen der 5 Fehler machst, schau doch mal, ob du hier Inspiration für alternative Handlungsoptionen findest und lass mich das gerne in den Kommentaren wissen.

5 Fehler, die du im Umgang mit „schwierigen“ Schüler:innen nicht machen solltest

Besonders im Umgang mit den „schwierigen“ Schüler:innen spielt die gute Beziehung eine wichtige Rolle. Gleichzeitig stellt der positive Beziehungsaufbau zu diesen Schüler:innen meist eine besondere Herausforderung dar. Wenn die sich SO verhalten?!?

Eine Beziehung zu diesen „schwierigen“ Schüler:innen aufzubauen erfordert Einfühlungsvermögen und besonders am Anfang ein besonderes Augenmerk.

Von alleine läuft es wahrscheinlich nicht so gut, weil es im hektischen Schulalltag schnell passieren kann, dass du nur noch reagierst, aber nicht mehr mit dem Schüler agierst. Vielleicht bist du sogar beleidigt, persönlich gekränkt oder einfach wütend? Oft verlassen LehrKräfte aufgrund solcher negativen Gefühle die Beziehungsebene mit dem Kind und ziehen sich auf die Ebene der reinen Wissensvermittlung zurück: „Dafür bin ich nicht ausgebildet! Ich bin ja kein Therapeut!“

Das ist in der konkreten Situation nicht unverständlich, hilft aber wenig weiter. Denn das Kind kommt ja weiterhin jeden Tag in deinen Unterricht.

Es ist außerdem wissenschaftlich belegt, dass LehrKräfte, die eine gute Beziehung zu ihren „schwierigen“ Schüler:innen haben, weniger mit Unterrichtsstörungen zu kämpfen haben. Entspannt und gelassen zu unterrichten wird nur so wieder möglich!


Möchtest du wissen, wie du auch die Beziehung zu deinen „schwierigen“ Schüler:innen verbessern kannst? Dann hol dir meine 5+5 besten Tipps und beginne gleich morgen. Du wirst sehen: Bald ist dein Unterricht wieder deutlich entspannter und du hast (wieder) Freude an deinem Lehrer:inneleben!

Abbildung des Freebies über den guten Beziehungsaufbau mit den schwierigen Schüler:innen

Ich weiß, der Begriff der Autorität ist in pädagogischen Kreisen heutzutage verpönt. Die Nachteile eines autoritären Erziehungsstils auf die Entwicklung von Kindern sind vielfach belegt.

Der Unterricht ist vielmehr beziehungsorientiert und auf Augenhöhe. Dahinter stehe ich völlig und all meine Arbeit soll diese Entwicklung unterstützten.

Und dennoch handelt es sich dabei um einen schmalen Grat: Du bist als LehrKraft deinen Schüler:innen nicht gleichgestellt. Du hast eine andere Rolle, eine andere Aufgabe. Kurz: Du hast andere Rechte und Pflichten!

Es ist z.B. deine Aufgabe für eine gute Klassengemeinschaft zu sorgen oder eine produktive Lernatmosphäre zu schaffen. Für all das trägst du die Verantwortung. Nicht die Schüler:innen!

Verbunden damit hast du aber auch andere bzw. mehr Rechte: z.B. mal eine Regel alleine aufzustellen, zu bewerten wann es zu laut ist oder wer wo und neben wem gut sitzen und arbeiten kann. Es ist deine Aufgabe dies besser zu wissen als die Schüler:innen.

Um deine Klasse gut führen zu können, ist es also nicht ausreichend, eine gute Beziehung zu deinen Schüler:innen aufzubauen. Du solltest außerdem eine positive Autorität im Klassenzimmer ausstrahlen. Dafür ist es wichtig, dass du klare Erwartungen kommunizierst und transparente Regeln schaffst. Dies schafft eine Struktur, die den Schüler:innen Sicherheit gibt und ihnen hilft, sich auf das Lernen zu konzentrieren. Ganz wichtig ist es, dass du die Regeln konsistent und fair anwendest und konsequent auf deren Einhaltung pochst.

Neben der positiven Beziehung zu deinen Schüler:innen ist es also ganz wichtig, ein angemessenes Maß an Autorität zu wahren, um das Klassenzimmer zu leiten und eine Atmosphäre des gegenseitigen Respekts aufrechtzuerhalten.

Wie das aussieht, kann bei jedem anders sein. Wenn du dir Unterstützung dabei wünschst, herauszufinden, wie du stark und präsent vor deiner Klasse stehen kannst, unterstütze ich dich gerne!

Du möchtest mich persönlich kennenlernen?

Buch dir hier dein kostenloses Erstgespräch. Du hast in dem Gespräch die Gelegenheit, mir über deine aktuelle Herausforderungen im Schulalltag zu erzählen und zu berichten, wobei du dir Unterstützung wünschst.
Wir überlegen dann gemeinsam, wie eine Zusammenarbeit aussehen könnte.

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Ich finde, wir LehrKräfte waren lange genug Einzelkämpfer! Wenn du Glück hast, hast du in deiner Schule ein tolles Team um dich, in dem ihr euch gegenseitig unterstützt. Das kann vieles einfacher machen! Ihr könnt euch anstehende Arbeit teilen, Wissen und Erfahrung austauschen oder einfach eine erholsame Pause gemeinsam verbringen.

Aber auch im Umgang mit unseren „schwierigen“ Schüler:innen ist die Kooperation mit deinen Kolleg:innen superwichtig! Denn selbstverständlich sollten bei euch allen die gleichen Regeln gelten. Das schafft eine klare Erwartungshaltung an die Schüler:innen. Wenn jede von euch unterschiedliche Regeln hat, kann das zu Verwirrung, Ungerechtigkeit und Frustration führen. Und da gerade diese Kinder häufig Schwierigkeiten mit ihrer Affektregulation haben, ist die Unterrichtsstörung vorprogrammiert. In vielen Schulen gibt es dafür schon feste Kooperationszeiten. Das ist gerade für den Umgang mit schwierigen Schüler:innen wirklich wertvoll! Ein gern genutzter Tipp ist auch ein „How to“ für deine Klasse zu erstellen. Hier kannst du wichtige Regeln und Rituale aufschreiben, die dann immer auf dem Pult liegen. So haben es auch Fachlehrer und VertretungslehrKräfte einfacher.

Einige Kinder schaffen es regelmäßig dich zur Weißglut zu bringen? Ihr destruktives Verhalten bringt dich regelrecht in Rage? Möglicherweise empfindest du die ständigen Störungen und Frechheiten sogar als Kränkung? Dann beruhigt dich vielleicht der Gedanke, dass es wahrscheinlich nicht gegen dich als Person geht! In diesem Blogartikel habe ich beschrieben, welche unbewussten Übertragungsprozesse sich täglich im Klassenzimmer vollziehen.

Trotzdem musst du in einer solchen Konfliktsituation natürlich irgendetwas tun! Doch was? In erster Linie geht es jetzt darum einen Machtkampf vor aller Augen zu vermeiden. Die ganze Klasse ist schließlich Publikum und guckt ganz genau, ob du das, was du jetzt als Konsequenz ankündigst, auch umsetzt. „Leere Drohungen“ untergraben deine natürliche Autorität genauso wie das Herbeiholen der Schulleitung (was in besonders dringenden oder sogar gefährlichen Fällen selbstverständlich genau die richtige Maßnahme sein kann). Eine gute Möglichkeit um dir erstmal Luft und Zeit zu verschaffen und die Eskalationsspirale erstmal zu verlassen habe ich bei Thomas Klaffke* gefunden. Er schlägt folgende klare Ansprache vor:

„Du weigerst dich also, meine Anordnung zu befolgen. Ich will jetzt nicht unnötig viel Zeit darauf verwenden, damit die anderen weiterarbeiten können. Aber ich fühle mich durch dein Verhalten massiv gestört. Ich werde dir gleich (nach der Stunde / in der Pause / nach Unterrichtsschluss) mitteilen, welche Maßnahme ich ergreifen werde.“

Wenn die Gemüter dann etwas abgekühlt sind, kann ein klärendes Gespräch auf Grundlage von Empathie und Wertschätzung mit dem Schüler geführt werden. Insbesondere bei „schwierigen“ Schüler:innen sollte anschließend jeder noch so kleine Fortschritt und jedes Bemühen umgehend anerkannt und gewürdigt werden. Es ist also auch wichtig, den Schüler im weiteren Verlauf der Stunde nicht zu ignorieren, sondern darauf zu achten, ob er wieder Beziehungs- und Kooperationssignale aussendet.

Ich bin überzeugt davon, dass LehrKräfte, die Kraft, Ressourcen und Freude an ihrem Beruf haben, die größtmöglichen Lernerfolge bei ihren Schüler:innen erreichen. Wenn aber die Lehrer:innen überfordert sind, beeinträchtigt dies nicht nur ihre eigene Gesundheit und Wohlbefinden. Es hat auch negative Auswirkungen auf ihre Schüler:innen.

Wenn du als LehrerKraft unter Überforderung leidest, kannst du die Bedürfnisse und Anforderungen deiner Schüler:innen nicht mehr erfüllen. Du hast nicht die Energie und emotionale Ressourcen, um dich auf deine Schüler:innen zu konzentrieren und eine positive Beziehung zu ihnen aufzubauen. Du bist müde, gestresst und ausgelaugt, was dazu führen kann, dass du weniger zugänglich und empathisch bist.

Um eine tragende Beziehung zu deinen Schüler:innen aufbauen zu können, musst du also in der Lage sein, auf deine eigenen Bedürfnisse zu achten und deine eigenen Bedürfnisse zu erfüllen. Du hast mehr Energie und Emotionen zur Verfügung, um auf sie einzugehen. Nur wenn du selber in deiner LehrKraft stehst, ist es dir möglich, deine Schüler:innen so zu unterstützen, dass sie erfolgreich sein und ihre gesamtes Potenzial entfalten können.

Hier verrate ich dir meine 5 besten Tipps um aus der Überforderung zu kommen.

Der Umgang mit „schwierigen“ Schüler:innen braucht in besonderem Maß Klarheit und Grenzen auf der Grundlage von Empathie und Anerkennung!

Der Umgang mit „schwierigen“ Schüler:innen stellt eine der größten Herausforderungen für LehrKräfte dar, doch mit der richtigen Haltung kannst du diese schwierigen Situationen konstruktiver meistern. Die Analyse der 5 häufigsten Fehler im Umgang mit „schwierigen“ Schüler:innen und die Vorstellung alternativer Handlungsansätze geben dir wertvolle Einblicke.

Es ist entscheidend, dass du die Bedeutung einer positiven Beziehungsebene zu deinen Schülern erkennst und dir bewusst bist, wie deine Handlungen und Reaktionen diese Beziehung beeinflussen können. Der Verlust dieser Beziehungsebene, wie im ersten Fehler beschrieben, kann zu einer Eskalation der Situation führen. Gleichzeitig darfst du jedoch nicht vergessen, eine angemessene Autorität im Klassenzimmer aufrechtzuerhalten.

Durch regelmäßige Reflexion deines Lehrer:innenhandelns, kannst du nicht nur deine eigenen Fähigkeiten verbessern, sondern auch das Lernumfeld deiner Schüler:innen nachhaltig positiv beeinflussen.

Lass uns gemeinsam daran arbeiten, eine Atmosphäre des Respekts, der Unterstützung und des Lernens zu schaffen, in der jedes Kind sein volles Potenzial entfalten kann.

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Ich freue mich sehr, wenn ich dich dabei unterstützen darf, deine LehrKraft zu entfalten. Damit dir dein Beruf wieder Freude macht! Sei es mit einem Blog, einem inspirierenden Post oder im Coaching!

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Teile diesen Artikel, um noch mehr LehrKräfte zu inspirieren und zu unterstützen!

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