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Chaos im Klassenzimmer? Ursachen für Unterrichtsstörungen (und wie du sie verringern kannst)

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Es gehört zu den alltäglichen Erfahrungen von uns LehrKräften, dass wir uns immer häufiger mit störendem oder sogar aggressivem Verhalten von Schüler:innen auseinandersetzen müssen. Bei einigen Kindern helfen gute Klassenregeln, eine konstruktive Elternarbeit, ein Verstärkerplan oder wenn es hart kommt, eben die Ordnungsmaßnahmen. Aber dann gibt es immer wieder Kinder die dich durch andauernde Unterrichtsstörungen an den Rand der Verzweiflung bringen, du hast das Gefühl, du kommst nicht weiter

Viele Ansätze zur Vermeidung von Unterrichtsstörungen konzentrieren sich auf Verhaltenstrainings oder schulische Interventionen, um die Schüler:innen zu disziplinieren.
Ein anderer Ansatz, der sich auf das Verständnis der Ursachen von Unterrichtsstörungen konzentriert, ist die Psychoanalytische Pädagogik. Hier wird die tiefere psychologische Dynamik betrachtet, die das Verhalten deiner Schüler:innen beeinflusst. Die Psychoanalytische Pädagogik untersucht die zugrunde liegenden unbewussten Konflikte und Emotionen und trägt so dazu bei, die Ursachen von Unterrichtsstörungen zu verstehen und zu lösen.

Die psychoanalytische Pädagogik betrachtet Unterrichtsstörungen also als das Ergebnis von unbewussten Konflikten und inneren Dynamiken, die das Verhalten von Schülern beeinflussen.

Ich stelle dir hier einige potentielle Ursachen für Unterrichtsstörungen aus Perspektive der Psychoanalytischen Pädagogik vor und am Ende erfährst du welche neuen Perspektiven sich daraus auf den Umgang mit Störungen für deinen Unterricht ergeben. Du darfst gespannt sein!

Ein Blick hinter die Kulissen: Die Ursachen von Unterrichtsstörungen aus psychodynamischer Perspektive

Hinter den Unterrichtsstörungen deiner Schüler:innen steckt oft mehr, als du auf den ersten Blick denkst. Lass uns gemeinsam ein paar mögliche Gründe anschauen:

Unbewusste Konflikte

Manche Schüler:innen tragen unbewusste Konflikte mit sich herum. Die kommen aus vergangenen Erfahrungen, wie zum Beispiel aus der Familie oder der vergangenen Schuljahre. Diese können sich dann im Unterricht durch unangemessenes Verhalten zeigen, weil sie eine Art Ventil für innere Spannungen bieten. Stell dir vor, Max reagiert aggressiv auf Kritik seines Lehrers, weil er zu Hause oft das Gefühl hatte, nicht gut genug zu sein.

Widerstand gegen Autorität und starre Systeme

Manche Schüler:innen zeigen Widerstand gegen Autoritäten, indem sie unbewusst gegen dich als LehrKraft oder das Bildungssystem kämpfen. Sie tun das, weil das starre Regelwerk der Schule sie zwingt, ihre eigenen Bedürfnisse zurückzustellen. Dies äußert sich dann oft in Unterrichtsstörungen, weil sie ihre Ablehnung oder ihre inneren Konflikte ausdrücken möchten. Denk zum Beispiel an Lisa, die immer wieder den Unterricht unterbricht, weil sie sich gegen das starre Regelwerk der Schule auflehnt.

Unbewusste Angst vor Erfolg oder Versagen

Kannst du dir vorstellen, dass manche Schüler:innen Angst davor haben, erfolgreich zu sein oder zu versagen? Diese unbewusste Angst kann dazu führen, dass sie sich selbst sabotieren oder Störungen im Unterricht verursachen, um dem Druck des Erfolgs zu entkommen oder sich selbst zu schützen. Lena meldet sich zum Beispiel nie im Unterricht, weil sie Angst hat, falsche Antworten zu geben und sich vor den Reaktionen der Mitschüler fürchtet.

Übertragung und Gegenübertragung

Die Psychoanalytische Pädagogik betrachtet auch die Übertragungs- und Gegenübertragungsphänomene als mögliche Ursache für Unterrichtsstörungen. Hier werden plötzlich Emotionen oder Konflikte aus anderen Beziehungen auf neue Personen übertragen. Das passiert auch im Unterricht. Manchmal übertragen Schüler:innen unbewusst Gefühle oder Konflikte aus anderen Beziehungen auf die LehrKraft oder die Lernumgebung. Das kann zu Störungen im Unterricht führen. Zum Beispiel könnte Laura ihren Lehrer unbewusst mit ihrem strengen Vater assoziieren und deshalb aggressiv reagieren.

Natürlich können nicht alle Unterrichtsstörungen auf diese Weise erklärt werden. Zum Beispiel spielen auch Faktoren wie Umwelt, sozialer Einfluss und individuelle Unterschiede beim Kind eine Rolle.

Aber wenn du verstehst, dass hinter den Unterrichtsstörungen oft tieferliegende Gründe stecken, hast du eine bessere Chance diese zu vermeiden. Denn jedes Kind hat seine eigene Geschichte und seine eigenen Herausforderungen, die es zu verstehen gilt.

Verstehen statt Verurteilen: Die Bedeutung unbewusster Ursachen bei Unterrichtsstörungen

In meinen Beratungen kann ich häufig beobachten, dass LehrKräfte dort an ihre Grenzen stoßen, wo sie konflikthafte Interaktionsverläufe als unangemessen, irrational und unverständlich erleben. Sie verstehen die Ursache der Unterrichtsstörungen nicht, weil sie den verhaltensleitenden unbewussten Kontext von Beziehungsproblemen nicht mit einbeziehen: Nicht nur das Verhalten muss im Mittelpunkt der Betrachtung stehen, sondern auch seine Bedeutung. Dafür musst du über die Kenntnis verfügen, dass Konfliktbereiche unbewusst bestimmt sind, entscheidende Bedingungsfaktoren des Erlebens und Handelns nicht bewusst verfügbar und damit für das Kind auch nicht steuer- und kontrollierbar sind. Das Kind kann also gerade nicht anders handeln.

Ich verstehe dich! Warum das auch das Verhalten deiner Schüler:innen verändern wird

Durch dein neues Verständnis für die Ursachen der Unterrichtsstörungen, wird sich auch das Verhalten deiner Schüler:innen verändern. Glaubst du nicht? Ist aber so, denn die Schüler:innen fühlen sich von dir verstanden und wahrgenommen und bauen so eine tragende Beziehung zu dir auf. Kinder in stabilen Beziehungen zeigen vermehrt prosoziales und weniger aggressives Verhalten. Sie haben ein höheres Selbstkonzept und bessere Möglichkeiten zur Stressregulation. Dies hat einen enormen Einfluss auf deine psychische und physische Belastung, denn Störungen im Unterricht nehmen stark ab. Ich weiß, dass gerade der Aufbau positiver Beziehungen zu deinen „schwierigen“ Schüler:innen eine Herausforderung sein kann, aber es wird sich für dich lohnen!

Psychoanalytische Pädagogik: Eine alternative Perspektive auf die Ursache von Unterrichtsstörungen

Die Psychoanalytische Pädagogik bietet dir einen tiefgehenden Blick auf die Ursachen von Unterrichtsstörungen. Sie ermöglicht dir, diese Störungen besser zu verstehen und zu bewältigen. Anstatt ausschließlich auf Verhaltenstrainings und schulische Interventionen zu bauen, kannst du dich nun auf die zugrunde liegende psychologische Dynamik, die das Verhalten der Schüler:innen beeinflusst, konzentrieren. Die psychoanalytische Pädagogik kann dir somit wertvolle Perspektiven bieten, um ein harmonisches Lernumfeld zu schaffen.

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